Nebel

Nebel ist wahrscheinlich der Preis den man bezahlen muss, wenn man in der Nähe eines Sees wohnt. Und im Seengebiet haben wir jede Menge davon. Meistens beginnt die Nebelsaison im Oktober und endet erst wenn der Frühling den Winter ablöst, also im April. In diesem Zeitraum ist Nebel jederzeit möglich.

Die meisten Leute die ich kenne können dem Nebelwetter nichts abgewinnen. Zumal der Nebel der erste sichtbare Botschafter der kalten Jahreszeit ist. Zudem im Strassenverkehr nicht ungefährlich, ereignen sich doch jährlich viele Unfälle aufgrund schlechter Sicht.

Nebel kann aber auch etwas positives haben, da er auch der Botschafter der ruhigen Zeit ist. Das Gefühl gibt, dass man draussen nichts verpasst. Ein gutes Buch, dazu Tee, und im Ofen knistert das brennende Holz und spendet Wärme und Behaglichkeit.

Als Landschaftsfotograf ist Nebel der Wahnsinn schlechthin. Egal wie dicht der Nebel ist, oder in welcher Höhenlage er sich befindet. Er wird Landschaftsbildern eines mit Sicherheit geben. Atmosphäre! Man beginnt im Tal zu fotografieren. Die Strassen Menschenleer und die Sicht begrenzt. Nur die Gelb und Rottöne des Herbst stechen aus dem Nebel hervor. Geht man die Berghänge nach oben bis man den ersten Blick auf die Sonne bekommt, formt diese im Nebel klar ersichtlich Strahlen. Und steht man am Gipfel, hat man das Gefühl am Meer zu stehen. Vor einem Nebelmeer. Nur die umliegenden Gipfel stechen durch die Inversion wie Inseln aus dem Meer. Und für einen Moment lässt dich die Sonne im Gesicht vergessen wie kalt und unwirtlich es im Tal ist.

Nebel kann schon etwas deprimierendes an sich haben. Gerade wenn man Tagelang nicht die Möglichkeit hat ihm zu entkommen. Hat man jedoch die Möglichkeit und Motivation auf eine Wanderung, ist die Belohnung der Aussicht jede Mühe wert.